Systematisches Testing

Knapp 200 Accesspoints laufen mittlerweile unter der Verwaltung von Freifunk Frankenberg – der Verein wächst. Und mit jedem zusätzlichen Gerät steigt die Verantwortung für die digitale Grundversorgung in Nordhessen.

Um diesem Anspruch in Zukunft noch besser gerecht werden zu können, haben wir uns entschieden, den Prozess zur Aktualisierung unserer Router etwas zu verändern. Genauer gesagt für die Gluon-basierten Routerfirmwares.

Bisher lief es bei den auf Gluon basierenden Routerfirmwares so, dass wir etwa einmal im Jahr eine neue Firmware gebaut haben – also das Betriebssystem für Accesspoints und andere Router. Das neue Programm wurde von ein paar Menschen getestet und anschließend freigegeben. Dann verteilte es sich per Autoupdate auf alle Router, die am Autoupdate-Prozess teilhaben. Zum Glück sind das die allermeisten – Updates sind wichtig für die Sicherheit aller Beteiligten und die Stabilität des Netzwerks.

In Zukunft wollen wir es so halten, dass jeder Freifunker, Systembetreuer, Kommunal-Admin oder Vereins-IT-Mensch auf einfache Art und Weise zum Testing beitragen kann: wir führen den experimentellen Firmwaremodus ein, von Fachleuten und anderen Nerds auch Experimental Branch genannt.

Experimentellen Firmwaremodus aktivieren

Auf Geräten, die am systematischen Testing teilnehmen sollen, sind folgende Befehle über die Shell einzugeben:

uci set autoupdater.settings.enabled='1'
uci set autoupdater.settings.branch='experimental'
uci commit autoupdater

Falls bereits ein Test am Laufen ist, führt folgender Befehl dazu, dass sofort die neueste Firmware heruntergeladen wird.

autoupdater -f 

Hat man es sich anders überlegt und will ein Gerät aus dem Experimental-Branch herausnehmen, lässt sich der Vorgang leicht umkehren:

uci set autoupdater.settings.enabled='1'
uci set autoupdater.settings.branch='stable'
uci commit autoupdater

Gute und schlechte Geräte fürs Testing

Ein Update der Firmware bringt immer ein gewisses Risiko mit sich. Sei es eine besonders exotische lokale Softwarekonfiguration oder schlichtweg ein Stromausfall während des Updates – es kann etwas schief gehen. Ein gutes Testing-Gerät erkennt man an diesen Punkten:

  • Es lässt sich relativ zügig ersetzen oder neu installieren
  • Wenn es einmal ausfallen sollte, hält sich die Beeinträchtigung für unsere Nutzer in Grenzen

Ein schlechtes Testing-Gerät erkennt man daran, dass mindestens einer der beiden Punkte nicht darauf zutrifft.

Admins mit Zugriff auf mehrere Geräte werfen gerne vorab einen Blick auf unseren öffentliche Geräteserver. Im Bereich Statistiken wird unter anderem auch angezeigt, welche Hardware bereits im Experimental-Modus läuft. Unser Ziel ist, aus jeder relevanten Hardwareklasse mindestens ein Gerät am Start zu haben.

Ausblick

Der Experimental-Modus ist weder besonders fortschrittlich noch irgendwie exotisch. Es ist die normale Firmware, die einfach ein paar Wochen früher verteilt wird. Es werden also keine individuellen Tests an den Geräten durchgeführt – alle Teilnehmer erhalten denselben (neueren) Softwarestand.

Mit der Einführung dieses neuen Modus wollen wir allen, die an der digitalen Grundversorgung beteiligt sind, die Möglichkeit geben, verantwortungsvoll und transparent am Updateprozess mitzuwirken.

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